Wie ich das Alleinsein für mich entdeckt habe

Ist die Vorstellung, ein ganzes Wochenende alleine nur mit dir zu verbringen, für dich gruseliger als jeder Horrorfilm? Hast du lieber zu viele Verabredungen als zu wenig? Wirst du hibbelig, wenn du doch mal alleine zuhause bist? Lässt du den Fernseher oder das Radio im Hintergrund laufen, wenn du alleine bist und kannst dich auf nichts so richtig konzentrieren? Dann herzlich willkommen im Club mit meinem früheren Ich. Ich kann dich sehr gut verstehen.

Ich weiß allerdings auch aus Erfahrung, dass es sich wahnsinnig lohnt, das Alleinsein für sich zu entdecken. Denn wenn du dich drauf einlässt, kannst du lernen beim Alleinsein tief zu entspannen, zu reflektieren, aufzutanken, dich selbst besser kennenzulernen und dich neu auszurichten.

Inzwischen empfinde ich die Zeit mit mir alleine als wahnsinnig wertvoll und kann gar nicht genug davon kriegen. Warum sich das bei mir geändert hat und wie auch du dein Alleinsein mehr genießen kannst, davon möchte ich dir heute berichten.

Mit Meditation fing alles an

Heute weiß ich, dass die entscheidende Veränderung bei mir durch das Meditieren passiert ist. Ich habe vor etwa zwei Jahren begonnen mich jeden Tag zehn Minuten einfach nur hinzusetzen, die Augen zu schließen und zu beobachten. Anfangs dachte ich, das bisschen Stille am Morgen hätte keinen großen Effekt auf mich aber heute kann ich sagen, dass dieses bisschen Stille mein ganzes Leben umgekrempelt und dazu geführt hat, dass ich heute wahnsinnig gerne alleine bin.

Durch das Meditieren habe ich begonnen, meinen Blick bewusst nach innen zu richten und nicht mehr davor wegzulaufen, was da an Gedanken und Gefühlen hochkommt.

Gefühle wollen gefühlt werden

Bevor ich mit dem meditieren und mit Yoga begonnen habe, konnte ich allerdings beim Alleinsein nicht auftanken. Es hat mich eher gestresst, da ich dann häufig das Gefühl hatte, von negativen Gefühlen überschwemmt zu werden. Ich kannte einfach noch keine Methoden, damit umzugehen.

Über das Meditieren bin ich jedoch nach und nach zu dem Punkt gekommen, zu begreifen, dass Gefühle einfach nur gefühlt werden wollen. Nur wenn wir uns gegen sie wehren, haften sie sich an und begleite uns tage- manchmal wochenlang durch unseren Alltag. Erlauben wir einem Gefühl aber, einmal wirklich präsent zu werden und in unserem gesamten Körper aufzusteigen ohne dass wir Widerstände dagegen entwickeln, dann verschwindet das Gefühl interessanterweise ziemlich schnell wieder.

Durch diese Erkenntnis bin ich viel ruhiger geworden und konnte wieder Verbindung zu mir selbst aufnehmen. Und meine innere Stimme hat mir ziemlich klar signalisiert, dass ich Zeit und Ruhe für mich brauche, um meinen Herzenszielen und meinen Werten auf die Spur zu kommen.

Die Antworten liegen in dir

Unsere vielen Verabredungen, Termine und den ganze Freizeitstress laden wir uns häufig auf, weil wir nach Antworten suchen. Wir glauben (weil es uns so vermittelt wurde), je mehr wir unternehmen, desto eher finden wir heraus, wer wir sind und welchen Sinn das Leben für uns hat. Nur rennen wir irgendwann wie ein Hamster im Rad von einer Verabredung zur nächsten, treten aber innerlich auf der Stelle und fühlen uns sogar manchmal nach Verabredungen noch leerer als vorher.

Das liegt daran, dass wir die Antworten nicht im außen finden können. Diese Antworten auf diese tiefgründigen Fragen findest du einzig und allein in dir. Und je mehr du in die Stille gehst, dir Ruhe erlaubst und Zeit mit dir verbringst, desto mehr Antworten wirst du auf diese Fragen erhalten.

Du verpasst nichts

Dass wir mit dem Alleinsein oft so ein Problem haben, hängt auch viel mit dem Gefühl zusammen, wir würden etwas verpassen. Die Vorstellung, man sitzt alleine zuhause während alle anderen die aufregendsten Dinge erleben, kann ganz schön frustrieren und eine Menge Unruhe in uns stiften. Aber nur, weil etwas nach außen aufregend wirkt, heißt es nicht, dass es das auch ist.

Ich kann zumindest an einer – maximal zwei – Händen abzählen, welche Abende bei all den Parties und Clubnächten, die ich erlebt habe wirklich so unvergesslich und aufregend waren, wie man das vielleicht von außen meint.

Andersherum können Erlebnisse, die nach außen hin ganz unspektakulär wirken, die wichtigsten Ereignisse in unserem Leben sein. So habe ich beispielsweise in einer ruhigen Minute mit mir entschieden, dass ich die Yogaausbildung mache. Dabei gab es keinen Trommelwirbel und Konfettikanonen, das ist ganz heimlich still und leise passiert – und war doch eine der wichtigsten Entscheidungen in meinem bisherigen Leben.

Was ich damit sagen möchte: Du verpasst nichts, wenn du alleine bist. Im Gegenteil. Wenn du dir Zeit mit dir gönnst und die Ruhe zu schätzen lernst, können in dir kleine Wunder geschehen. Denn dann kannst du die Verbindung zu dir wieder aufnehmen und herausfinden, was dich wirklich erfüllt. Du wirst deine Entscheidungen dann mehr aus deinem Herzen treffen als aus dem Verstand. Zeit mit dir alleine kann also wirklich dein Leben verändern.

Alleinsein als Wohlfühlzeit

Um das Alleinsein genießen zu können ist es entscheidend, dass du – gerade anfangs – die Zeit alleine zu deiner Wohlfühlzeit erklärst. Frage dich aus einer ganz liebevollen Perspektive heraus: „Was würde mir jetzt gerade gut tun?“

Vielleicht hast du den Impuls, ein Buch zu lesen, spazieren zu gehen, baden zu gehen, dich in die Sonne zu setzen oder alleine bummeln zu gehen. Was auch immer dir einfällt, folge diesem Impuls.

Wir sind so sehr gewohnt, diese Impulse zu unterdrücken und erstmal noch Dinge im Haushalt zu erledigen, aufzuräumen, die Wäsche zu machen, einkaufen zu gehen und und und bevor wir uns entspannen. Häufig ist dann aber plötzlich schon Abend und wir haben uns immer noch nichts Gutes getan.

Mach die Wohlfühlzeit zu deiner Priorität und wenn du dann Lust hast, kannst du nach ein paar Stunden immer noch aufräumen, einkaufen oder was sonst gerade ansteht. Aber ERST kümmerst du dich um dich und dein Seelenheil. Der positive Nebeneffekt: unsere Verpflichtungen machen wieder viel mehr Spaß, wenn wir ausgeruht und entspannt sind.

Durch diese Herangehensweise lernst du ganz viel. Du lernst deine eigenen Bedürfnisse besser kennen, sie auch wirklich ernst zu nehmen und du machst die wichtige Erfahrung, wie leicht es sein kann, dir selbst Gutes zu tun. Insofern ist Alleinsein die reinste Form der Selbstliebe.

Das alles bedeutet jedoch nicht, dass du dein Leben zukünftig nur noch mit Alleinsein verbringen solltest. Unser Leben ist dazu da, wirklich gelebt zu werden und dazu zählen natürlich auch Begegnungen mit anderen Menschen, Reisen, Arbeiten, Events und vieles mehr. Der Unterschied ist aber, dass du anders in die Welt gehst, wenn du gelernt hast, die Zeit mit dir alleine zu genießen. Du bist gelassener, klarer, entspannter und verbundener. Du kannst bewusster entscheiden, mit wem du dich treffen und was du unternehmen möchtest und du wirst das Leben dadurch insgesamt viel selbstbestimmter leben. 

Alles Liebe,

Meike

 

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2 comments

  1. Danke für den Impuls, liebe Meike. Besonders beim Thema „erst mal die Hausarbeit“ fühle ich mich ertappt 😀 Ich will schon seit Wochen ein Bild fertig malen, was mir wirklich am Herzen liegt. Und immer wieder sind tausend andere Sachen „wichtiger“.
    Ich merke, dass ich auch erstmal ein bisschen Zeit brauche, wenn ich mit mir alleine bin, um in den Genussmodus umzuswitchen. Es dauert ein wenig, bis ich vom Handeln ins Sein kommen kann. Aber wenn ich das geschafft habe, könnte ich auch ewig darin verweilen… wenn die lästigen Verpflichtungen nicht wären 😉

    Alles Liebe
    Bela

    1. Liebe Bela,

      ja das stimmt, manchmal braucht es eine Weile bis wir aus der Tretmühle aussteigen und uns entspannen können. Umso wichtiger, es immer öfter zu tun. Ich glaube, dass es irgendwann immer schneller geht umzuswitchen, je öfter wir uns die Zeit zum „sein“ erlauben. Eine gute Einstimmung ist da für mich einfach die Meditation, weil der Geist sofort ruhiger wird. Vielleicht hilft es auch, dir die Zeit für das Bild zu Beginn der Woche schon im Kalender zu blocken? Dann kann nichts „Wichtigeres“ dazwischen kommen. Alles Liebe und ganz viel Freude beim Malen! Meike

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