Mein Leben als Yogalehrerin – Idealvorstellung und Realität

Jetzt bin ich seit März Yogalehrerin und ich möchte Dir heute davon berichten, welches Idealbild ich früher von Yogalehrern hatte und wie die Realität tatsächlich aussieht.

Falls du auch überlegst eine Yogaausbildung zu machen, hilft dir das vielleicht, etwas klarer zu sehen. Aber vielleicht ist es auch als Yogaschülerin spannend für dich zu wissen, wie sich der Alltag verändert, wenn man Yogalehrerin ist.

Ich stehe zwar noch ganz am Anfang aber erste Einblicke möchte ich dir schon mal gewähren. 

Das Idealbild

Ich weiß noch, dass ich bei meiner eigenen Lehrerin ein ganz romantisches Bild davon hatte, wie so ein Leben als Yogalehrerin aussieht.

Ich habe es mir in etwa so vorgestellt: morgens springt man völlig beschwingt aus dem Bett (Müdigkeit kennen Yogalehrerinnen ja wohl nicht), dann wird erstmal meditiert, Yoga gemacht und anschließend im Yogalook in einem Café ein Chaitee geschlürft, während man sich der Yogaphilosophie widmet. Ständig stehen spannende Retreats und Workshops an, die man entweder als Schülerin besucht oder selbst leitet und finanziell sieht es auch super aus, schließlich liegt Yoga ja gerade voll im Trend.

Abends schwebt man dann völlig entspannt und gelassen in die Yogastunde und beglückt die Schüler mit einer Stunde, die man ganz spontan aus dem Ärmel schüttelt – angepasst an die vorherrschenden Bedürfnisse und die Energie der Gruppe.

Ok, ich habe jetzt etwas übertrieben aber ganz so weit davon entfernt war mein Bild tatsächlich nicht. Ihr ahnt schon: Die Realität sieht ein bisschen anders aus.

Start in den Tag

Leider Gottes ist mit Beginn meiner Yogaausbildung nicht automatisch meine Müdigkeit verschwunden und ich muss mich nach wie vor beim Wecker-Klingeln überwinden, sofort aufzustehen und nicht den Snooze-Knopf zu drücken.

Was sich aber verändert hat: Ich meditiere seit etwa einem Jahr regelmäßig morgens und es tut sooo gut. Ich entdecke dadurch eine ganz neue Welt, nämlich meine Innenwelt und es ist mir inzwischen ein absolutes Rätsel, wie ich ohne Meditation leben konnte.

Auch heute gibt es zwar noch Tage, an denen ich nicht meditiere aber ich merke den Unterschied definitiv. Ich bin an Meditations-Tagen fokussierter, liebevoller mir selbst und anderen gegenüber, geduldiger und lebensfroher. Wie Meditation mein Leben verändert hat und wie auch Du es ganz leicht lernen kannst, kannst Du hier noch mal ausführlicher nachlesen.

Die eigene Yogapraxis

Die eigene Yogapraxis ist etwas, das man als Yogalehrerin fest in seinen Alltag integrieren sollte. Während der Ausbildung war man verpflichtet, zwei Mal in der Woche zum Yogaunterricht zu gehen und auch wenn ich mich manchmal aufraffen musste, tat diese regelmäßige Praxis unglaublich gut.

Man lernt jedes Mal etwas über sich, seinen Körper, wächst auf seiner Matte und kommt sich selbst näher. Man kann Emotionen verarbeiten, sich selbst Gutes tun und Inspiration für den Unterricht schöpfen.

Seit meiner Ausbildung versuche ich nun, eine feste morgendliche Yogapraxis für mich zu etablieren.

Dass ich mir damit momentan noch etwas schwer tue liegt unter anderem daran, dass ich recht viel unterrichte und dadurch zum einen einige Abende schon verplant sind. Zum anderen mache ich noch so viel auf meiner Matte vor, dass ich nach meinen Yogastunden oft selbst den größten Muskelkater habe. 🙂

Aber Unterrichten ist natürlich etwas völlig Anderes als sich in seine eigene Praxis fallen zu lassen. Daher werde ich mich bald selbst wieder für Yogaunterricht anmelden, um die Yoga-Magie auch wieder einmal in der Woche nur für mich erleben zu können und mich selbst weiterzuentwickeln.

Das liebe Geld und die Bürokratie

Ein anderer Punkt sind die Finanzen. Und mit den Finanzen hängt ein Haufen Bürokratie zusammen.

Ich habe den größten Respekt vor allen Selbstständigen, die in diesem Dschungel der kryptischen Formulare, Fristen, Steuerregeln usw. durchblicken.

Ich durfte mich mit dem Finanzamt und dem Arbeitsamt diesbezüglich auseinandersetzen und obwohl ich mich erstmal „nur“ nebenberuflich selbstständig gemacht habe, war es – zumindest für mich – schon eine kleine Tortur.

Ich bin andererseits natürlich auch wahnsinnig dankbar, dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte, mich neben der Arbeitslosigkeit selbstständig zu machen und wenn man die ersten Hürden überwunden hat ist man schon mal etwas schlauer.

Am besten versucht man sich die Bürokratie sowieso als Selbständige irgendwie schmackhaft zu machen, denn sie ist einfach ein großer Bestandteil. Mir hilft es, gute Musik dabei zu hören und nebenher einen Kaffee oder ein Weinchen zu trinken. 🙂

Diese große Notwendigkeit der Bürokratie im Leben eines jeden Selbstständigen bedeutet für Yogalehrer aber auch, dass sie sich – statt sich in Yogaphilsoophie zu vertiefen – oftmals vor einer Yogastunde noch mit Formularen, Rechnungen, Buchhaltung oder ähnlichem auseinandersetzen müssen.

Das ist der Grund, warum ich immer eine halbe Stunde vor Beginn des Unterrichts schon ins Studio fahre, um selbst den Alltag abzuschütteln und in die yogische Stimmung zu kommen. Das funktioniert dann meist zum Glück auch mit Kerzen, ruhiger Musik und der Anwesenheit meiner tollen Schüler ziemlich gut.

Finanziell gesehen ist es so, dass Yogaunterricht auf Honorarbasis zumindest zu Beginn einem Minijob ähnelt und somit auch nicht gleich ausreicht, um den Lebensunterhalt zu stemmen. Die meisten Yogalehrer machen daher nebenher noch etwas Anderes, viele haben sogar einen Vollzeitjob.

Auch ich arbeite neben dem Unterrichten in einem Teilzeitjob als Kleidungs-Verkäuferin um abgesichert zu sein. Ich bin sehr dankbar für diesen Job, denn er erdet mich sehr und ich empfinde es als sehr ausgleichend, neben dem Yoga noch etwas „Bodenständiges“ zu tun.

Außerdem ist es wichtig, sich keine Sorgen um die Finanzen machen zu müssen. Ist das der Fall, wird es sehr schwer, in Ruhe und mit Kreativität die Stunden vorzubereiten und den Schülern Erdung zu vermitteln.

Stundenvorbereitung

Erfahrene Lehrer unterrichten meist ohne Konzept aber da ich Anfängerin bin brauche ich etwa zwei Stunden zur Vorbereitung.

Ich überlege mir die Hauptasana, den Aufbau, die passenden Mobilisations- und Dehnungsübungen, schreibe dieses Konzept ordentlich auf und versehe es mit Kommentaren, die ich in den Unterricht einbinden möchte. Anschließend stelle ich noch die Playlist zusammen. Es steckt also viel Arbeit und Liebe in so einer Stunde.

Die Vorbereitung macht mir aber wahnsinnig viel Freude und ich komme dabei immer in einen kreativen Flow. Es fühlt sich daher nicht wirklich anstrengend an, auch wenn ich jede Woche drei bis fünf Stunden vorbereite. Inzwischen kann ich auch schon aus meinen bisher vorbereiteten Vorbereitungen schöpfen und sie für nachfolgende Kurse wiederverwenden. 

Die Magie

Es gibt einen Punkt in der Idealvorstellung vom Leben einer Yogalehrerin, der für mich zu einhundert Prozent der Realität entspricht. Das ist die Vorstellung, dass es jedes Mal aufs Neue wahnsinnig erfüllend ist, die Magie von Yoga zu vermitteln. 

Die Schüler kommen oft gestresst und ausgelaugt zum Yoga und es gibt für mich nichts Schöneres als zu sehen, wie sie Stück für Stück ihren Alltag hinter sich lassen und mit jedem Atemzug auf ihrer Matte mehr bei sich selbst ankommen. 

Wenn dann am Ende der Stunde die Augen meiner Schüler leuchten und sie ganz friedlich und entspannt wirken, weiß ich, dass genau das der Grund dafür ist, dass ich Yogalehrerin werden wollte. Das ist für mich die pure Erfüllung und dafür lohnt sich wirklich jeder Aufwand! 

Ich wünsche dir, dass Du – ganz gleich ob als Schüler oder Lehrer –  diese Yoga-Magie immer wieder erlebst und sie mehr und mehr auch in deinen Alltag mitnehmen kannst.

Alles Liebe!

Meike

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