Was tun bei Überforderung?

Steckst Du gerade in einer herausfordernden Lebensphase? Wird dir alles zu viel und Du möchtest dir am liebsten die Decke über den Kopf ziehen? Das kann ich gut verstehen!

Solche Phasen, die alles von uns abfordern, kennen wir wohl alle! Vermeiden lässt sich das leider nicht, denn wir ziehen alle mal um, haben größere Projekte, die anstehen, gründen eine Familie, wechseln den Job oder erleben Umbrüche anderer Art, die uns herausfordern. Die gute Nachricht ist: Je achtsamer wir in diesen Zeiten sind und je liebevoller wir mit uns selbst umgehen, desto besser können wir solche Phasen meistern.

Wie ein Bergsteiger, der eine gute Ausrüstung braucht und achtsam seine Etappen angehen muss, um am Ende die wunderschöne Aussicht zu genießen, brauchen auch wir für die „Berge“ in unserem Leben Rüstzeug, um den Herausforderungen auf dem Weg gewachsen zu sein.

Um dich beim Erklimmen deines Berges zu unterstützen, habe ich ein paar „Werkzeuge“ zusammengestellt, die dir in dieser Zeit sehr helfen können.

Stress und Überforderung abschütteln

Häufig geraten wir in herausfordernden Zeiten in eine Art Schockstarre. Unser Kopf kreist um Gedanken wie „ich schaffe das nicht“, „das ist zu viel für mich“ usw.. Anstatt uns Lösungen zu bieten, hängt er sich am Problem auf und sorgt so dafür, dass immer mehr Stresshormone ausgeschüttet werden. Was am besten hilft, um aus dieser Negativ-Schleife auszusteigen, ist Bewegung.

Ich weiß, der Tipp ist nicht neu und vielleicht auch nicht überraschend. Aber ich möchte dir trotzdem sehr ans Herz legen, dich gerade jetzt regelmäßig zu bewegen. Besonders in herausfordernden Zeiten ist das wichtiger denn je, denn durch die Bewegung kann dein Körper Stresshormone und innere Anspannung schnell abbauen.

Die Natur macht uns wunderbar vor, wie wichtig Bewegung ist, um sich aus der innerlichen Schockstarre zu befreien. Gazellen zittern, wenn sie gejagt wurden, um den Stress aus ihrem Körper zu bringen. Anschließend grasen sie wieder ganz entspannt weiter und verschwenden keinen Gedanken mehr an die soeben erlebte Todesangst. Und das funktioniert bei uns Menschen auch 😊

Das bedeutet nicht, dass Du gleich einen Marathon laufen und dich in der Bewegung noch zusätzlich überfordern sollst. Suche dir eine Bewegungsform, die dir guttut und die den erwünschten Effekt für dich hat. Du kannst Yoga machen, zu guter Musik tanzen, joggen, flott spazieren oder dir mit der Schüttel-Meditation von Osho allen Stress wegshaken. Wichtig ist nur, dass Du aus dem Kopf wieder mehr in den Körper kommst.

Verwurzeln und mit deiner Kraft verbinden

Wenn Du dich überfordert fühlst, ist es sehr heilsam, viel in die Natur zu gehen. Du musst nicht viel tun, einfach nur aufmerksam beobachten und präsent sein.

Nimm einfach mal ganz aufmerksam die Blätter im Wind, die singenden Vögel, die Wurzeln der Bäume und alle Details wahr, die dir auffallen. Du wirst automatisch ruhiger werden und neues Vertrauen schöpfen.

Überforderung hat viel damit zu tun, dass uns das Urvertrauen ins Leben fehlt. Wenn wir in der Natur sind, verbinden wir uns wieder mehr mit diesem tiefen Vertrauen in den Lauf der Dinge und ins Leben. In der Natur gibt es keine Hektik, Nervosität oder Überforderung. Hier ist alles vollkommen, so wie es ist. Und das erinnert dich daran, dass auch Du genau richtig bist, so wie Du bist und dass Du wieder vertrauen haben darfst in deine Kraft.

Um dieses Gefühl noch zu verstärken, kannst Du dich mit hüftweit geöffneten Beinen hinstellen und deine Augen schließen. Stelle dir jetzt vor, dass über deine Beine und deine Füße Wurzeln in den Erdboden wachsen, die bis zum Kern der Erde vordringen und sich dort verankern. Dann vertiefe deinen Atem und stelle dir vor, wie du mit jeder Einatmung Kraft aus der Erde immer höher in deinen Körper ziehst, bis du ganz angefüllt bist mit neuer Energie. Bedanke dich dann bei der Erde und öffne wieder sanft deine Augen. 

Werde langsam

„Du solltest täglich 20 Minuten meditieren. Außer wenn Du zu beschäftigt bist, dann solltest Du eine Stunde meditieren.” (Altes Zen-Sprichwort)

Fragst Du dich gerade ob Du richtig gelesen hast? Du sollst langsamer werden, obwohl Du eigentlich sooo viel zu tun hast? Oh ja, das solltest Du! Denn je mehr Du dich hetzt und inneren Druck aufbaust, desto atemloser wirst Du und desto mühsamer kommst Du letztlich voran. Es ist eine Illusion, dass wir durch Schnelligkeit Zeit sparen, denn je schneller wir werden, desto unachtsamer werden wir, desto weniger greifen wir auf unsere innere Kraft zurück und verfallen in blinden Aktionismus.

Wie ein Hamster Rad versuchen wir immer schneller zu werden und bewegen uns keinen Zentimeter vorwärts.

Beginne, bewusst deinen Atem zu verlangsamen, langsamer zu laufen, und sogar langsamer zu sprechen. Dadurch wird dein Geist automatisch ruhiger. Stell dir vor, dass Du wie bei einem Tornado in der Mitte, im Auge des Tornados ankommst und in dieser kraftvollen Stille landest. Draußen kann der Sturm tosen aber in dir kann es trotzdem vollkommen ruhig sein.

Yin Yoga kann dir in dieser Zeit gut helfen, wieder in deiner Mitte anzukommen und dich in die Ruhe sinken zu lassen. Für mehr Ruhe und Entschleunigung kannst auch die Atemübung 4-2-6 nutzen, die ich in diesem Video auf Facebook erklärt habe: 

Achte deine Grenzen

In dem Wort Überforderung steckt schon die Bedeutung, dass eine zu hohe Forderung an dich gestellt wurde. Diese Forderung kann von dir selbst oder von jemand anderes stammen, die Bewertung, dass die Forderung zu groß ist, kannst aber erstmal nur Du wahrnehmen. Denn nur Du weißt, wo Du anfängst, deine Grenzen zu überschreiten.

Je mehr Du ein Gefühl für deine Grenzen entwickelst, desto besser kannst Du sie auch setzen und somit verhindern, in die Überforderung zu kommen. Es gibt sicherlich auch Lebensthemen, bei denen es sich nicht verhindern lässt, dass wir uns emotional überfordert fühlen (z.B. Geburt, Tod eines nahestehenden Menschen, Hochzeit …).

Überforderung kann aber eben auch entstehen, wenn Du deine Grenzen nicht klar gesetzt und dir anderen zuliebe zu viel aufgeladen hast. Das ist total menschlich und passiert uns allen mal, denn oft ist uns gar nicht bewusst, wo sich unsere Grenzen befinden – bis wir sie überschreiten oder überschreiten lassen. Wenn Du also merkst, dass Du oder eine andere Person über eine Grenze von dir gegangen ist, liegt darin ein großes Geschenk. Du bist dir jetzt über diese Grenze bewusst und kannst sie klar zum Ausdruck bringen.

Betrachte deine Grenzen immer mehr als etwas Heiliges, das deinen inneren Raum und deine Energie schützt und habe keine Angst davor, auch mal Unmut in anderen auszulösen, wenn Du deine Grenzen (möglichst liebevoll) ausdrückst. Jedes Mal, wenn Du das tust, sagst Du JA zu dir selbst und das ist so heilsam für dich, deinen Körper und deine Energie.

 

Selbstfürsorge – das bedeutet auch, dass Du klare Grenzen setzt und dadurch gut für dich sorgst. Du darfst deine Energie schützen.

Du darfst Verabredungen absagen.

Du darfst Pläne verändern, wenn sie sich für dich nicht mehr stimmig anfühlen.

Du darfst einfach mal nichts tun.

Du darfst dir Zeit nur für dich nehmen.

Du darfst nicht rangehen, wenn dein Telefon klingelt.

Du darfst klar sagen, wenn jemand deine Grenzen überschreitet.

Du darfst NEIN sagen.

Jedes Nein zu etwas, das Du nicht möchtest, ist ein JA zu dir. Du nimmst dadurch Raum für dich ein und stehst zu dir und deinen Bedürfnissen. Wer soll es sonst tun, wenn nicht Du?

Sorge gut für dich

Ich habe mich früher oft stark vernachlässigt in herausfordernden Zeiten, dabei ist es gerade dann so wichtig, sich gut um sich selbst zu kümmern. Statt Fast-Food braucht unser Körper jetzt besonders dringend Nährstoffe und Vitamine, Schlaf, Bewegung und Entspannung.

Seit mir das klar geworden ist, nehme ich mir besonders bei langen Tagen auf Seminaren oder ähnlichem immer mein selbstgemachtes Müsli mit, koche so viel vor, dass ich zwei Tage davon essen kann, mache Yoga und natürlich meine Lieblingsentspannungsübung Yoga Nidra 😉.

Das Tolle ist, dass das alles gar nicht so zeitaufwendig ist, wie man vielleicht denkt. Das Müsli ist in fünf Minuten zubereitet, von Yoga with Adriene gibt auch 5-10-minütige Yogasequenzen, Yoga Nidra dauert 10 Minuten, durch das Vorkochen musst Du dich abends gar nicht mehr um Essen kümmern und schlafen müssen wir ja sowieso, dann doch ruhig ein bisschen länger 😊.

Letztlich ist es aber auch nicht der Zeitaufwand, der uns hindert, sondern oft haben wir innere Widerstände. Wir denken, es wäre entspannender für uns, einfach passiv vor dem Fernseher zu liegen und das ist auch total ok. Aber wenn Du dir mehr Energie für diese herausfordernde Zeit wünschst, wieder mehr in deine Mitte kommen und deine Kraftreserven gut einteilen möchtest, dann schau doch mal, wie Du dich in dieser Zeit gut um dich und deinen Körper kümmern kannst.

Frage deinen Körper einfach jeden Tag, wie Du ihn unterstützen kannst und spüre mal rein. Er wird dir Antworten geben, da bin ich mir ganz sicher!

Du bist wundervoll!

Manchmal lassen sich herausfordernde Phasen nicht vermeiden. Wenn Du dich aber häufig ÜBERfordert fühlst, kann das auch damit zu tun haben, dass Du deine eigenen Grenzen nicht ausreichend achtest.

Wenn wir häufig über unsere Grenzen gehen oder unsere Grenzen überschreiten lassen und uns damit selbst überfordern, tun wir das aus dem Wunsch heraus, geliebt und anerkannt zu werden. Diese Liebe suchen wir so oft im Außen. Wir häufen materielle Dinge an, versuchen, unseren Partner zu beeindrucken, arbeiten viel zu viel und drehen uns doch im Kreis. Denn die Liebe und Anerkennung nach der wir uns sehnen, können wir uns nur selbst geben.

Eine gute Übung, um dir diese Liebe zu geben, ist folgende:

Schreibe dir jeden Tag mindestens drei Dinge auf, die du toll gemacht hast. Das können große Erfolge sein aber viel wichtiger sind bei dieser Übung all die kleinen Dinge, die Du jeden vollbringst. Und dazu zählt auch ganz besonders, wie gut Du dich um dich selbst gekümmert hast. Schreibe diese Dinge jeden Tag auf, schließe dann deine Augen und schicke dir selbst ganz viel Liebe und Dankbarkeit. Feiere dich innerlich mal so richtig ab für diese wundervolle Person, die Du bist!

Wir verlieren so leicht den Blick für all das, was wir jeden Tag meistern und sind dann ständig in einem Mangelgefühl und dem Glauben, wir müssten noch viel mehr tun, um wertvoll zu sein. Beginne noch heute – am besten JETZT – mit dieser Übung und lerne dich dadurch immer mehr selbst wertzuschätzen. Das wird Vieles verändern!

Ich wünsche dir für deine herausfordernde Zeit, dass Du spürst, wie sehr Du dir selbst ein Fels in der Brandung sein kannst und dass Du immer wieder in deine Mitte zurück kehrst, um aus deiner Kraft und deinem Vertrauen zu handeln.

Alles Liebe,

Meike 

Wenn dir der Artikel gefallen hat oder Du jemanden kennst, der diese Tipps jetzt gut gebrauchen könnte, teile ihn von Herzen gerne mit diesen Menschen! 

 

Wichtiger Hinweis:  Bei Krankheiten aller Art ist der Arzt oder Heilpraktiker der richtige Ansprechpartner. Dies ist nur eine oberflächliche Information und kein Diagnose oder Behandlung.

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